Hollaus tauschte Schwimmbrille, Rad und Laufschuhe gegen Langlaufski

Auf ungewohntem Terrain, mit einem nicht alltäglichen und üblichen Trainingsgerät, ging am vergangenen Sonntag Triathlet Lukas Hollaus beim 50. Engadiner Skimarathon in St. Moritz (SUI) an den Start. Mit nur sechs Trainingseinheiten in diesem Winter und nur knapp 150 km auf Langlaufskiern holte der Salzburger bei einem Rekordstarterfeld von 13.254 Startern aus 76 Nationen den für einen Profi-Triathleten sensationellen 178. Platz. „Das Wetter war zwar nicht wirklich gut und die Verhältnisse nicht so einfach für mich, aber es war ein voll geniales Erlebnis!“, so Hollaus, der erst vor einigen Tagen aus dem dreiwöchigen Trainingslager aus dem sonnigen Südafrika kam.

Der für den Leonidas-Award 2018 der Salzburger Nachrichten nominierte Triathlet liebäugelte schon längere Zeit mit diesem Bewerb, schaffte es in den letzten Jahren aber aus Trainingsgründen nicht daran teilzunehmen.

Hollaus zählt zu den besten seiner Sportart. Bei den Rennen auf der ganzen Welt hat es der 31-Jährige üblicherweise mit einem Starterfeld von 55 Athleten zu tun. Bei der weltweit zweitgrößten Skilanglaufveranstaltung war er einer von über 13.000. Obwohl er weiter vorne starten durfte (Startblock Elite C), war es dennoch nicht einfach für ihn: „Vom Start weg bis ins Ziel war ich am Überholen. Ich bin oft außerhalb der Spur im tieferen Schnee gelaufen, um an meinen Kontrahenten vorbeizuziehen. Es kam bei den Hügeln aber immer wieder zu Stehphasen – da musste ich geduldig sein. Das Gefühl war aber sehr gut und gegen Ende wollte ich nochmals richtig Tempo machen. Zwei Kilometer vor dem Ziel bin ich dann selbstverschuldet zu Sturz gekommen und hab mir dabei einen Stock abgebrochen. Mit einem Stock und der Kraft in den Beinen ging es dann über die Ziellinie!“, lacht Hollaus.

Dass der Niedernsiller schnelle Beine hat, bewies er bereits im Februar beim Weltcupauftakt in Kapstadt (RSA), wo er mit einem großartigen 5. Platz in die Saison startete.

Seinen Ausflug zu den Langläufern hat Hollaus Spaß bereitet und war eine willkommene Abwechslung im Trainingsalltag. „Ich bin voll überrascht, dass es so gut gegangen ist. Mit meinen Langlaufskiern von Fischer hatte ich ein top Material unter den Füßen. Ich hätte mir nie auch nur im Geringsten einen Platz unter den besten 200 Athleten ausgerechnet.“ Mit rund 13 Minuten Rückstand auf den Sieger und Olympia-Zwölften Roman Furger (SUI) kam Hollaus als 178. ins Ziel (Link zum Gesamtergebnis). Damit hat er sich für die kommenden Jahre einen Startplatz weiter vorne erkämpft.

Die Langlaufskier wird Lukas Hollaus jetzt wieder mit Blick auf die im Mai beginnende zweijährige Olympia-Qualifikationsphase einwintern. Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio (JPN) haben für den Salzburger oberste Priorität.

SN-Leonidas-Sportlerwahl
Hollaus ist in diesem Jahr abermals für den heißbegehrten Löwen als Sportler des Jahres nominiert. Seine Stimme für den Triathleten kann man noch bis 18. März 2018 unter folgendem Link abgeben: http://leonidas.sn.at/#sportlerwahl

2018-03-14T10:43:06+00:00 Lukas Hollaus|