Ein kleiner Zwischenbericht aus Sicht des Trainers

Ich möchte Euch gerne etwas Einblick in die ABIOS PRO SQUAD Aktivitäten aus Sicht des Coaches geben – und Euch ab jetzt auch immer wieder ein paar Hintergründe zum Training und Wettkampfgeschehen liefern.

Also, was ist in dieser Saison bisher geschehen…

Station 1. Mit der Erfahrung aus den Vorjahren, hatten wir die Saison 2017 etwas früher beendet und bereits Mitte Oktober mit dem Aufbau für 2018 begonnen. Der Schwerpunkt wurde dabei auf ein sehr technik- und basisorientiertes Training gelegt. Lukas Hollaus, Lukas und Philip Pertl absolvierten dabei Trainingswochen mit über 30h Belastung. Möglich war das auch durch ein ÖTRV-Trainingscamp in Fuerteventura.

Station 2. Nach einer kleinen Überbrückung über Weihnachten mit Alternativtraining wie Langlauf, Skitourengehren… gings dann im Februar ab nach Südafrika. Dort stand gleich zu Beginn in Kapstadt ein Weltcuprennen (WC) am Programm. Für dieses Rennen hatten wir diesmal eine etwas andere  Vorbereitungsform getestet und auf ein paar hochintensive Trainingseinheiten (HIT) gesetzt. Der Test ist sehr erfolgreich ausgefallen und brachte für Lukas Pertl erstmals einen Podestplatz im WC. Lukas Hollaus konnte darüber hinaus sein Vorjahrsergebnis verbessern und mit dem 5. Platz ebenso ein Spitzenresultat erzielen. Youngster Philip Pertl erreichte beim Saisoneinstieg ins Elitelager mit dem 24. Platz gleich ein sehr beachtliches Auftaktergebnis.

Station 3. Nach einem 3-wöchigen Trainingslager in Südafrika stand dann das erste World-Triathlon-Series Race (WTS), quasi die höchste olympische Triathlonliga, am Programm. Lukas Hollaus kam dabei auf den 33. und Lukas Pertl auf den 35 Platz. Für beide gab’s somit ein paar sehr gute Punkte für die ITU-Weltrangliste.

Station 4. Nach der Rückkehr standen noch ein paar gezielte Trainingseinheiten mit Schwerpunkt Schwimmen und speziellen wettkampfspezifischen Rad- und Laufeinheiten am Programm. Zwischendurch hatten wir aber auch immer wieder ruhige, umfangreiche Basiswochen mit langen Radeinheiten eingestreut.

  • Lukas Hollaus konnte so im ersten Olympia-Qualifikationsjahr für Tokyo 2020 bereits sehr gute Ergebnisse erzielen: WTS Bermuda: 16. Platz, WC Astana 9. Platz und sich damit im ITU-Gesamtranking aktuell mit 2.281 Punkten den 38. und im WTS Ranking den 35. Platz sichern.
  • Lukas Pertl schaffte nach seinem Elitepodest in Kapstadt bei den WCs in Chengdu den 6. und in Cagliari den 12.  Platz. In der ITU-Punkteliste liegt Lukas mit 1.088 Punkten auf Platz 125 und im WTS-Ranking auf 74.
  • Philip Pertl ist in seinem ersten U23-Jahr beim WC in Chengdu zum tollen 12. Platz im B-Finale und beim sehr schwierigen Europacup in Holten zum 19. Platz zu gratulieren. Philip konnte sich damit bereits 201 Pkt. in der ITU-Weltrangliste sichern und liegt nun auf Rang 378.

Station 5. Nach dem Wettkampfeinstieg in Südafrika und Abu Dhabi hatten sich die Schwerpunkte der drei Sportler etwas verlagert.

  • Dabei geht es für Philip Pertl um das Sammeln von ITU-Punkten, um bei Weltcups usw. an den Start gehen zu können.
  • Für Lukas Pertl gilt ähnliches nur für die WTS und hier zählt nicht nur das Reinkommen, sondern auch dann die Startnummer – je weiter vorne gereiht, umso besser ist meist die Ausgangslage beim Schwimmen. Für Lukas ist daher vordergründiges Ziel das Erreichen der Top 80 in der ITU-Weltrangliste und dann ein stetiges Vorrücken in die Top 50. Wichtig ist dabei auch die Erfahrung im Wasser zu sammeln, um sich im schwimm-schnellsten Triathlonsport eine gute Basis fürs Radfahren zu sichern. Dabei geht es nicht immer nur um die schnellste 1.500m-Zeit, sondern um Detailaufgaben, wie ein perfekter Start(-sprung), eine übersichtliches Umrunden der umkämpften Bojen und dann eine sehr variable Schwimm(frequenz)technik, um im Gerangel überholen zu können oder einfach am Ende noch ein gute Position abzusichern.
  • Lukas Hollaus, der den Sprung in die Top 50 bereits geschafft hat, kann sich daher voll auf die Detailaufgaben konzentrieren – z.B. seine Position im Wasser step-by-step zu verbessern, am Rad die Antritte zu forcieren, um die vielen 90 und 180 Grad-Wenden noch besser zu meistern usw. Dazu stehen gezielte Kraft- und Rad-HIT-Einheiten am Programm. Die Entscheidung für ein Topergebnis fällt dann aber schlussendlich beim Laufen und hier gilt es, gleich nach dem Abstieg vom Rad mit den schnellen Läufern mithalten zu können (der erste Kilometer wir dabei immer unter 2:50min angelaufen), danach zeigt es sich dann noch, wer wie lange das Tempo weitergehen kann.

Um den vielen Anforderungen gerecht zu werden ist vor allem eine super Grundlage die wichtigste Voraussetzung. Diese Grundlage bauen wir über ruhige lange Einheiten und über das Erreichen von ca. 1.000 Trainingsstunden pro Jahr auf. Auf eine gute Basis kann dann auch gezieltes Intensitätstraining wie HIT-Einheiten usw. erfolgen. Die Balance zwischen der richtigen Basis und den Intensitäten erreichen wir über die Kontrolle des Belastungsgrades mit der ABIOS Diagnostik und einer individualisierten Planung, die sich an zahlreichen Messwerten orientiert.

Bei sehr erfahrenen Sportlern, die bereits mehrere Jahre die 1.000h ohne Probleme schaffen, wie bei Lukas Hollaus, müssen dann aber auch spezielle Zusatzreize gesetzt werden, die es ermöglichen noch höhere Leistungen abrufen zu können. So kommt auch dieses Jahr ein sehr gut kontrollierter Höhentrainingsblock im Tiroler Kühtai auf über 2.000m zum Einsatz. Von einem solchen Reiz, den man gut kontrollieren, steuern und regelmäßig wiederholen muss, kann ein Topathlet auch zwischen den Wettkampfphasen profitieren.

Da in einer Wettkampfphase ja nicht nur lockeres Basistraining erfolgen kann ist es umso wichtiger gerade hier den Vitalstatus so perfekt als möglich zu kontrollieren – wobei uns dabei unsere Sport-Diagnostik wiederum sehr hilfreich ist😊

Weitere Details gerne bei einem späteren Bericht, jetzt stehen für alle ABIOS SQUAD Athleten aber ein paar wichtige Rennen an, wo es wieder gilt, so viel Erfahrung als möglich zu sammeln und sich mit Geduld und kontrolliert step-by-step näher an die Spitze herantasten!

Bis demnächst Euer,

Toni Kesselbacher

2018-07-17T12:55:20+00:00 Team|